03.08.2012 / Sport / Seite 16

Was er auf dem Konto hat

Ausfalten und Zusammenklappen: Heute kämpft Teddy Riner für die Grande Nation

Uschi Diesl
Als der Reutlinger Judoka Ole Bischof am Dienstag die Neuauflage des olympischen Finals von 2008 verloren hatte, sagte er über seinen Gegner Kim Jae-Bum aus Südkorea: »Er ist ein Champion«. Es klang fast verliebt. Am Tag nach dem rauschhaften Wettbewerb muß der Kater gekommen sein. Bischof räsonnierte über das deutsche Prämiensystem. Für einen Olympiasieg werden 15000 Euro ausgeschüttet. In Italien sind es 140000, in Rußland 100000. »Wir Athleten sind auch nicht doof und schauen genau hin, was die anderen so machen«, erklärte er hinsichtlich dieser »finanziellen Entlohnung«. »Fakt ist, für den Sieg gibt es nicht einmal ein Jahresgehalt, und wir sind nur alle vier Jahre am Start. Allein davon schafft es keiner.«

Ein Judoka, der schon länger nicht mehr allein von Prämien lebt, weil er mit einem Bein fest im Showgeschäft steht, soll heute in London für die Grande Nation gewinnen. »Gold ist für mich ein Traum. Es ...

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