03.08.2012 / Feminismus / Seite 15

Die große Depressive

Andrea Breths schillernde Frauenfiguren in Oper und Theater

Gisela Sonnenburg
Kartoffelsalat zum dreihebigen Jambus schmeißen andere. Andrea Breths Haltung zu Klassikern: »Man muß nichts zwanghaft aktualisieren.« Was gut sei, müsse man nicht verbessern, sagt die Regisseurin. In Sphären abzuheben, die mit der Realität – und mit der Entstehungszeit eines Theaterstücks – nichts zu tun haben, mag sie nicht.

Dafür beleuchtet Breth die Frauenfiguren stärker. Nicht nur wörtlich: Die Bandbreite, mit der Schauspielerinnen unter Breth agieren, unterscheidet sich wohltuend von den Klischees. Da merkt man, was weibliche Regie ist, wiewohl Frauen in dem Job noch immer selten sind. Breth ist unter ihnen nochmals die Ausnahme: Sie ist nicht, wie oft die Regie-Frauen, für die leichte Muse, die Komödie, den Unterhaltungswert zuständig. Sondern sie ist die große Depressive unter den Regie-Talenten.

Weltschmerz ist ihr Element, dem sie auf den Grund geht. Sogar persönlich: Sie steht dazu, sich zeitweise wegen Depressionen in ärztliche B...



Artikel-Länge: 5385 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe