01.08.2012 / Feuilleton / Seite 12

Genosse Pablo

Eine Ausstellung in Münster macht Schluß mit dem entpolitisierten Picasso

Helmut Hammerbauer
Der Kunstbetrieb scheint Pablo Picasso als politischen Künstler wiederentdeckt zu haben. Davon zeugen die große Ausstellung »Picasso – Frieden und Freiheit«, die 2010/11 u.a. in Wien und Liverpool zu sehen war, sowie einige kleinere, darunter die gerade in Münster laufende: »Picasso, die Kommunisten und das Theater«.

Die »Friedenstaube« ist ein geläufiges Symbol. Erste Entwürfe fertigte Picasso Ende der 40er Jahre an. Der Schriftsteller Louis Aragon entdeckte sie im Atelier und bestimmte die Taube zum Motiv für einen Kongreß. Fortan kam sie in verschiedenen Ausführungen und Medien zur Massenwirksamkeit. Die Bewegung wußte auch hier vor allem die Plakatkunst effektiv einzusetzen. Daß Picasso, den sein Freund Ilja Ehrenburg scherzhaft einen »Teufel« nannte, auch diese kreuzfriedlichen Tauben (mit Menschen) malte, war Teil seiner Widersprüchlichkeit.

Dieses und manches Zeitgeschichtliche aus dem Kampf der Atommächte läßt sich ...

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