31.07.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Zoff im Kapitalparadies

Unternehmerwillkür in Polens Sonderwirtschaftszonen: Chinesischer Auftragsfertiger bricht Streikrecht und wundert sich über Widerstand

Tomasz Konicz
Das Leben ist nicht so gut, wie die Werbesprüche suggerieren: In Polens Sonderwirtschaftszonen stehen grundlegende Menschenrechte sehr schnell zur Disposition, sobald die Renditeziele nicht erfüllt werden. Dies bekamen zuletzt 25 Arbeiterinnen des chinesischen Unternehmens Chung Hong in der Sonderwirtschaftszone Tarnobrzeg zu spüren: Sie wurden am 10. Juli ausgesperrt und fristlos entlassen, nachdem sie an einem legalen Streik teilgenommen hatten. Chung Hong ist ein sogenannter Auftragsfertiger, produziert also »billig« für namhafte internationale Markenkonzerne wie die südkoreanischen Elektronikgiganten Samsung und LG, ausgeschrieben: »Life’s good«. In Tarnobrzeg läßt Chung Hong Computer-Mainboards und Fernseher von rund 200 Lohnabhängigen montieren.

Der Bruch des Streikrechts markiert den bisherigen Höhepunkt der Auseinandersetzungen bei Chung Hong. Die Spannungen zwischen Management und Arbeiterschaft hatten seit Dezember 2011 zugeno...

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