31.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Berühren verboten. Oder?

Künstlerkommune, Popevent und politisches Anliegen: Das Hamburger Dockville-Festival eröffnet sein Kunstcamp

Falk Schreiber
»Entweder!« brüllt die Gruppe auf dem Balkon. »Oder!« antwortet die Gruppe im Hof. »Entweder!« »Oder!« »Entweder!« »Oder!«, und irgendwann ruft jemand »Sowohl als auch!« Willkommen, das Kunstcamp des Hamburger Dockville-Festivals ist eröffnet, mit einer angenehm dahingeschluderten Gruppenperformance.

Dockville, das ist seit 2007 ein Indiepopfestival Mitte August im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, einer Insel inmitten des hochindustrialisierten Hafens, deren ökonomisch teilweise abgehängten Bewohner sich seit einigen Jahren heftigem Gentrifizierungsdruck erwehren müssen. Dockville ist aber auch ein Kunstfestival: Zehn Künstlergruppen leben und arbeiten einige Zeit gemeinsam auf dem Festivalgelände und stellen mit ihrer Kunst einen Kontrapunkt her zur industriellen Nutzung des Hafens einerseits, zur passiven Konsumhaltung beim Rockkonzert andererseits. Aber: Je hochkarätiger sich die ausgestellte Kunst zuletzt entwickelte, desto stärker stand das Musikpr...

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