30.07.2012 / Sport / Seite 16

Haudraufundschluß

Alis Auftritt vor olympischer Fahne

Colin Goldner
Wie pervers war das denn? Nein, nicht der Blick in die königliche Loge mit all den Geisterbahnfiguren, die da rumstanden – das war nur gruselig. Auch nicht Mr.Bean, der, haha, beim Auftritt des London Symphony Orchestra herumblödelte – das war nur, ja eben, blöde. Nein, pervers war der Auftritt des Muhammad Ali, des einstmals »Größten«, der die Eröffnungsfeier der XXX. Olympischen Spiele emotional unterfüttern sollte.

Ali, der unter fortgeschrittener Demenz leidet und augenscheinlich keine Ahnung hatte, wo er sich gerade befand, wurde vorgeführt wie ein Zirkusaffe: In weißem Frack tapperte er am Arm seiner Frau Lonni zur Olympischen Fahne, die an ihm vorbeigetragen wurde, um den geheiligten Wedel kurz zu berühren. Wow, welch ein »Gänsehautmoment für die 62000 Zuschauer im Olympiastadion und geschätzte vier Milliarden am TV«, wie die internationale Journaille jubilierte.

Nein, es war einfach nur pervers. So wie es auch...

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