28.07.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Draghi verlängert Gnadenfrist

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise
Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, kennt seine Spekulanten. Er hat selber bei der Investmentbank Goldman Sachs gedient, dort gut verdient und weiß, wie man den Märkten Zucker gibt. Und nun, da es ihnen so furchtbar schlecht geht, kriegen sie ihren Zucker. Am Donnerstag nachmittag sprach »Super-Mario« auf einer Investorenkonferenz in London diese Sätze in die Mikrofone: »Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten.« Und danach: »Und glauben Sie mir, das wird reichen.« Für ganz Begriffsstutzige fügte er hinzu, daß dann, wenn hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen die »Funktion der geldpolitischen Transmissionskanäle stören, fällt das in unser Mandat.«

Die EZB werde endlich wieder Staatsanleihen kaufen, erklang da der Jubelchor der Banker, Makler und Broker. Der Euro stieg um zwei Cent, der DAX sprang um fast drei Prozent hoch, und die Renditen spanischer und italienischer...

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