28.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Die Lehren des Spätwestern

Aus den Tiefen der US-Musikhistorie: Neil Youngs Landeskunde »Americana«

Frank Schäfer
Ganze acht Jahre sind vergangen, seit Neil Young zum letzten Mal seine famose Kel­lerband Crazy Horse vollzählig und für ein ganzes Album rekrutiert hat. »Greendale« hieß das Konzept- und Hippie-Opus damals, das mit großer Geste seinen peinlichen reaktionären Sündenfall »Are You Passionate« vergessen machen sollte – und dafür brauchte es wirklich jede Pferdestärke dieses unermüdlichen, rabiaten Backing-Trios. Es folgten ein paar gelecktere, mit Ben Keiths Pedal Steels ein bißchen süßliche Country-Folk-Alben (wie »Prairie Wind«), und auch bei »Fork in the Road«, die Promo-Piece zur von ihm gefeatureten Lincoln-Stromlimousine, das wieder etwas straßenräuberischer zur Sache ging, glaubte er, auf Frank »Poncho« Sampedro, Billy Talbot und Ralph Molina verzichten zu können. Und das hörte man an allen Ecken und Kanten.

Wie »Americana«, diese Sammlung von Traditionals und klassischen Folksongs aus den Tiefen der US-Musikhistorie, ohne sie geklungen hätte, ...

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