28.07.2012 / Thema / Seite 10

Als der Geier starb

An diesem Sonnabend feiert Deutschland in seinem Westteil ein Jubiläum. Es kündet von einer Zeit, die nicht vergangen ist und nimmermehr vergehen will (Teil I)

Otto Köhler
Es war eine große Stunde für das Selbstverständnis jener Bundesrepublik Deutschland, die sich stets als einziger Rechtsnachfolgestaat des Großdeutschen Reiches verstand – an diesem 28. Juli 1972, also vor vierzig Jahren um 9.30 Uhr im Robert-Schumann-Saal zu Düsseldorf am Ehrenhof 4a. Kunde davon gibt nur noch die Geyer-Symphonie in Rock-Dur, eine CD des namhaften Musikorchesters Floh de Cologne mit den Solisten Hermann Josef Abs, Fritz Berg, Ludwig Erhard, Konrad Kaletsch und Hans-Günther Sohl.

Leider wird die Erinnerung an dieses große Ereignis getrübt, weil die angesehene Musikgruppe sich nicht dazu entschließen konnte, in einem – damals noch – Schallplattenalbum die Gesamtheit aller solistischen Beiträge der fünf genannten Großen bundesdeutscher Wirtschaft zu vertonen.

So schienen die erhellenden Reden, die sie hielten, heute verschollen; allein – sicherlich treffliche – Ausschnitte, oft erdrückt von der mächtigen Sprac...



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