27.07.2012 / Titel / Seite 1

Beste Atommüllfreunde

Reimar Paul
Jürgen Trittin beherrscht Dialektik, keine Frage. Jedenfalls das, was er vermutlich dafür hält – rhetorische Tanzschritte, Hin und Zurück in zwei Sätzen: »Es darf keine Spezialregelung für Gorleben geben. Die Endlagersuche muß mit einer weißen Landkarte beginnen«, sagte der Grünen-Fraktionschef am Mittwoch in einem Interview. Er fuhr fort: »Das heißt, daß Gorleben bei der Suche nicht von vornherein ausgeschlossen wird, aber auch, daß Gorleben keinen Sonderstatus als Referenzstandort kriegt«. Das sei der Grundkonsens der 16 Ministerpräsidenten und rechtlich die einzig vorstellbare Herangehensweise, schob der frühere Bundesumwelt- und Atomminister (von 1998 bis 2005) noch nach.

Trittin also tritt einerseits für eine »weiße Landkarte« ein, auf der – andererseits – mit dem »Erkundungsbergwerk« Gorleben aber bereits ein dicker schwarzer Fleck eingezeichnet ist. SPD-Chef Sigmar Gabriel, der laut Medienberichten mit Trittin jüngst zum diskrete...

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