26.07.2012 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Im kosmischen Maßstab

Wenn Anthroposophen Diskursfähigkeit vortäuschen: Ein Reader über »Waldorfpädagogik ­kontrovers«

Christoph Horst
Anthroposophie ist eine esoterische Glaubensrichtung auf Basis der Lehre des Okkultisten Rudolf Steiner (1861–1925), die mittels meditativer Übungen geistige Welten wahrzunehmen vorgibt. Steiner behauptete, seine Erkenntnisse im übersinnlichen Austausch mit kosmischen Sphären erworben zu haben, genauer: sie in einer immateriellen »Weltchronik« feinstofflich gespürt zu haben. Dies ist auch die zentrale Grundlage der aus der Anthroposophie entstandenen Waldorfpädagogik. Das Kind wird hier als ein Wesen aufgefaßt, das durch seine »früheren Leben« geprägt sein und zur Erkenntnis höherer Welten gebracht werden soll, mit dem Ziel, sich auf spätere Reinkarnationen bis hin zur Gottwerdung vorzubereiten. Nun ist ein »Reader« erschienen, dessen Inhalt den Titel »Waldorfpädagogik kontrovers« schon allein deshalb nicht einzulösen vermag, weil die Textsammlung auf einer Veranstaltung des anthroposophischen Privatinstituts »Freie Hochschule Stuttgart« fußt und vom Bund der Waldorfschulen bez...

Artikel-Länge: 5784 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe