26.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

Von wegen harmlos

Der Abschlußfilm der Batman-Trilogie, »The Dark Knight Returns« und die Gewaltprobleme der Filmkritik

Peer Schmitt
»Just a movie.That’s all it is. No harm in watching a movie.«

(Frank Miller, »Batman – The Dark Knight Returns« Heft 1, DC Comics 1996)



Nur ein Film. Nicht mehr. Aber der Film, an den sich Bruce Wayne in Frank Millers »The Dark Knight Returns«-Comic erinnert, ist nicht einfach irgendein Film. Er erinnert sich, wie begeistert er als Kind von »The Mark of Zorro« (Rouben Mamoulian, 1940) war, und diese Erinnerung des Batman markiert nicht nur raffiniert seine eigene popkulturelle Abstammungslinie, sie ist auch die Spur seines Traumas. An jenem Abend in Gotham City, als er zusammen mit seinen Eltern den Zorrofilm gesehen hatte, wurden direkt nach der Vorstellung beide Elternteile vor seinen Augen von einem Straßenkriminellen erschossen. Das Kino hat ihn, den Batman, indirekt zu dem gemacht, was er ist. Seine Feststellung, das Kino sei harmlos, ist ein trauriger Sarkasmus. In Wirklichkeit – in der dunklen, perversen, brutalen Wirklichkeit...





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