26.07.2012 / Thema / Seite 10

Ein unerwünschter Arzt

Buchrezension: Peter Beinart will Israel und den Zionismus retten – aber beide Patienten ­fühlen sich gar nicht krank

Knut Mellenthin
Wie wird aus einem orthodox praktizierenden Juden, der seine zwei Kinder auf jüdische Schulen schickt, sich mit Leidenschaft zu den »Idealen des Zionismus« und zum »jüdischen Staat« Israel bekennt, ein Mann, über den nahezu der gesamte jüdische Mainstream herfällt, um ihn des »Selbsthasses« zu bezichtigen? Es reicht, daß er ein Buch veröffentlicht, in dem er sich mit der seit 45 Jahren andauernden Besatzungsherrschaft über die Palästinenser, mit der rasanten Zunahme rassistischer und demokratiefeindlicher Strömungen in Israel und mit den (fehlenden) Reaktionen des »jüdischen Establishments« der USA auf diese Entwicklung auseinandersetzt. Seit im März das Buch des 1971 in Cambridge, Massachussetts, geborenen Peter Beinart über die »Crisis of Zionism« auf den Markt kam, sind in den meisten großen Medien der USA und Israels, einschließlich der New York Times und der Washington Post, heftige Verrisse erschienen. Überwiegend folgen sie der Methode des »argumentum ad hominem«: Kritik an de...

Artikel-Länge: 22202 Zeichen

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