25.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

Halbherzige Maßnahmen

Die Irren sind nicht mehr gefährlich: Eine ­kleine Ausstellung zu 50 Jahren Fluxus in der Berliner Akademie der Künste

Florian Neuner
Wenn es in der Epoche der neoavantgardistischen Aufbrüche, damals in den 1960er Jahren eine Bewegung gab, die von sich nicht bloß behauptete, die bürgerliche Kunst hinter sich lassen zu wollen, sondern diesen Bruch auch tatsächlich vollzog, dann war das zweifellos die Fluxus-Bewegung. 1960 gründete George Maciunas in New York eine Zeitschrift mit dem Titel Fluxus; in Europa gelten die »Internationalen Festspiele Neuester Musik«, die im September 1962 in Wiesbaden stattfanden, als Gründungsmomentum dieser Strömung, die noch einmal konsequent den avantgardistischen Traum der Überführung von Kunst in Lebenspraxis träumte. In Westdeutschland fand Fluxus danach vor allem im Rheinland statt, unter Beteiligung so unterschiedlicher Künstler wie Joseph Beuys, Nam June Paik, Tomas Schmit und Wolf Vostell. Die internationale Ausbreitung konnte in den Folgejahren nicht einmal der »eiserne Vorhang« verhindern. Fluxus war eine performativ geprägte Bewegung. Ausstellungen waren weniger wichtig als ...

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