23.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

Äpfel aus Dachau

Notizen von der ­documenta (5): Kunst und Antifaschismus

Ulrich Schneider
Wer die Presseberichte im Vorfeld der documenta las, konnte skeptisch sein, was in Kassel geboten werden würde. Die diesjährige Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev (CCB) wurde mit recht seltsamen Thesen zitiert, ihr Konzept schien sehr beliebig zu sein. Doch mit der Öffnung der Pforten für die 100 Tage wird deutlich, daß diese documenta neben den üblichen Belanglosigkeiten, in vielfältiger Form gesellschaftlich Stellung bezieht und einen erkennbaren politischen Anspruch umsetzt. Erfreulich ist, daß CCB nicht nur den Blick in den vermarktbaren Teil der Kunstwelt gerichtet hat, sondern mit mehreren Exponaten die Region und ihre Geschichte integriert, wobei hier explizit antifaschistische Perspektiven eingenommen werden. So integriert die Kuratorin ein Werk des Kasseler Künstlers Horst Hoheisel, das dieser zur documenta 9 vor 25 Jahren vor dem Rathaus der Stadt errichtete – den neugeschaffenen Aschrott-Brunnen. Der historische Brunnen – ein Geschenk des jüdischen Fabrikant...

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