21.07.2012 / Ausland / Seite 7

Rassismus in Israel

Übergriffe auf afrikanische Migranten. Hetztiraden von Parlamentariern heizen Stimmung auf

Mya Guarnieri, Tel Aviv (IPS)
Es ist Samstag abend in Tel Aviv. Amine Zegata, ein 36jähriger Flüchtling aus Eritrea, hat gerade seine kleine Kneipe im Viertel HaTikva wiedereröffnet. Das Lokal mußte vorübergehend geschlossen werden, nachdem jüdische Israelis bei rassistisch motivierten Ausschreitungen die Scheiben eingeworfen und Flaschen zerschlagen hatten. Seitdem wurde Zegata zwei Mal attackiert. Auch viele andere Afrikaner sehen sich mit Gewalt konfrontiert.

Am Abend des 23. Mai versammelten sich jüdische Israelis im Süden von Tel Aviv, um gegen die Anwesenheit von Afrikanern in ihrer Nachbarschaft zu protestieren. Parlamentarier heizten die Stimmung durch Hetzreden auf. Miri Regev, ein Mitglied der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, nannte Afrikaner ein »Krebsgeschwür« im Körper Israels. Michael Ben Ari von der ultrarechten Nationalen Union beschimpfte sie als »Vergewaltiger« und erklärte, »die Zeit für Gespräche ist vorbei«.

Der Mob ließ sich durch die Haßt...



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