20.07.2012 / Inland / Seite 4

Im Zweifel für den Angeklagten?

Jalloh-Prozeß in Magdeburg: Verteidigung hält Beweisaufnahme für ausreichend

Susan Bonath
Die Ermittlungen um den Tod von Oury Jalloh, der am 7. Ja­nuar 2005 im Dessauer Polizeigewahrsam verbrannte, stützen sich weiter auf die Selbstmordtheorie. Doch das »Konstrukt aus Thesen«, wie es die Nebenkläger bezeichnen, wackelt heftig: Jüngst gefundene Spuren deuten darauf hin, daß das Feuerzeug, mit dem sich Jalloh selbst angezündet haben soll, gar nicht in der Polizeizelle lag, als der Mann aus Sierra Leone, gefesselt an Händen und Füßen, darin verbrannte. Auch die Lage, in der man den Toten fand, widerspricht dem bei Versuchen nachgestellten Brandhergang. Hinzu kommen »nicht paßgerechte« Zeugenaussagen. Es sind Indizien, aber eben keine Beweise. Das thematisierten die Verteidiger des angeklagten Polizeibeamten Andreas Schubert, damals Dienstgruppenleiter, am Mittwoch im Magdeburger Landgericht. Alles beruhe nur auf Spekulationen, mehr sei auch künftig nicht zu erwarten. Mit dieser Begründung lehnten sie weitere Tests vehement ab. Das Gericht wollte entscheiden, ob der Brandsac...

Artikel-Länge: 4369 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe