20.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Trauriges, lustig

»1000 Euro Generation« beschreibt eine Jugend, die trotz Arbeit immer schwieriger über die Runden kommt

Vincent Streichhahn
Der Proletarier ist nach Marx der »doppelt freie Lohnarbeiter«. Weder besitzt er Produktionsmittel, um sich selbst zu versorgen, noch hat er etwas anderes außer seiner Arbeitskraft, die er fürs Überleben verkaufen muß. Statt vom Proletariat wird heute hauptsächlich vom Prekariat gesprochen. Das Wort Proletariat scheint aus der Mode gekommen zu sein.

Zum Prekariat gehört auch der 30jährige Mailänder Matteo (Alessandro Tiberi), in der italienischen Komödie »1000 Euro Generation« von Massimo Venier. Es ist die Verfilmung eines Romans von Antonio Incorvaia und Alessandro Rimassa.

Matteo hat einen Abschluß in Mathematik. Als kleiner Junge träumte er von einem gutbürgerlichen Leben – mit Eigenheim und pipapo. Statt dessen verdingt sich bei einer Marketingfirma zu ausbeuterischen Konditionen: befristeter Arbeitsvertrag, 980 Euro im Monat. Das reicht kaum für die Miete und ist doch Alltag für Vertreter der jungen Generation in Europa. Die Sorge vor dem Jo...



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