19.07.2012 / Inland / Seite 5

Droht ein neuer NSU?

Blutige Erkenntnis: Nach neun getöteten Migranten dämmert auch dem Verfassungsschutz, daß Rassisten und Neonazis einer mörderischen Ideologie anhängen

Sebastian Carlens
Mit einer Warnung vor Nachahmern des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) hat sich der zum Monatsende in den vorzeitigen Ruhestand gehende Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, am Mittwoch in Berlin verabschiedet. Gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat Fromm den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2011 vorgestellt, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für sein Amt: Anfang November vergangenen Jahres flog der NSU auf. Korrekt müßte es lauten: Er enttarnte sich durch den mutmaßlichen Selbstmord zweier seiner Mitglieder selbst, denn von einem Beitrag des Staates oder seiner Behörden zum Ende der rechten Terrorbande kann keine Rede sein. Mehr noch: Die mögliche Mitschuld des Verfassungsschutzes am NSU-Mordfeldzug ist derzeit Thema von vier Untersuchungsausschüssen, einer Bund-Länder-Kommission und Sonderermittlern auf Bundes- und Landesebene. Drei Geheimdienstchefs und der Leiter des Bundeskriminalamtes stürzten bereits ü...

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