19.07.2012 / Thema / Seite 10

Gewalthaber ohne Recht

Geschichte. 20. Juli 1932: Papen putscht und Goebbels triumphiert: »Alles läuft ­programmgemäß ab«

Manfred Weißbecker
Kaum ein anderes Ereignis aus der konfliktreichen Geschichte der Weimarer Republik – geschehen vor nunmehr 80 Jahren am 20. Juli 1932 – erwies sich als so verhängnisvoll wie die verfassungswidrige, rüde Absetzung der rechtmäßig amtierenden preußischen Landesregierung durch den am 10. April 1932 gewählten Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und den am 1. Juni 1932 eingesetzten Reichskanzler Franz von Papen. Mit erheblichen, bitteren Folgen für die Deutschen und ebenso für Europa, ja für die Welt.

Das Geschehnis jenes Tages erhielt von Zeitgenossen und Historikern ganz unterschiedliche Bezeichnungen: Entweder hieß es vornehm-zurückhaltend »Preußenschlag«, mitunter auch »Staatsstreich« oder der Realität eher entsprechend »Papen-Putsch«. Ernsthafter Widerstand, Streiks und größere Protestveranstaltungen blieben weitgehend aus – unterschiedlich benannt als Kapitulation oder ohnmächtiges Versagen, unterschiedlich kritisiert oder...

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