19.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Immer dasselbe Schildkrötengesicht

Eine Hamburger Ausstellung versucht, den Jahrhundertkünstler Picasso als Fotomodell zu fassen

Falk Schreiber
Das Genie ist fast nackt. Ein älterer Mann, nur mit einer Stoffhose bekleidet, den Blick nicht unfreundlich leicht am Betrachter vorbei gerichtet. Ein ultraprivates Foto. In Wahrheit: ein bis ins letzte Detail inszeniertes Foto von Henri Cartier-Bresson. Picasso 1944, wie er sich intim gibt und den Betrachter glauben läßt, er sei der ältere Nachbar, der uns gerade die Tür geöffnet hat, nur mit dem Nötigsten bekleidet.

Die Ausstellung »ichundichundich«, gerade vom Kölner Museum Ludwig ins Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe umgezogen, verfolgt eine interessante Frage: Wie wäre es, wenn man einen Künstler nicht über seine Werke kennenlernen würde, sondern über seine Selbstdarstellung, darüber, wie er sich von anderen Künstlern fotografieren läßt? In bezug auf Pablo Picasso finden die Kuratorinnen Kerstin Stremmel (Köln) und Esther ­Ruelfs (Hamburg) eine interessante Antwort: Ließ sich Picasso als Künstler nie einordnen, zwischen Kubismus, Surrealismus u...

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