17.07.2012 / Inland / Seite 5

Richtungsstreit

Burschenschafter wehren sich gegen Neonazis in ihrem Dachverband. Doch Bundesregierung ignoriert rechtsextreme Bestrebungen

Ulla Jelpke
Während selbst Burschenschafter neonazistische Aktivitäten in ihrem Dachverband beklagen, will die Bundesregierung dort weiterhin keine verfassungsfeindlichen Bestrebungen erkennen. »Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vor, daß der Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) Bestrebungen verfolgt, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind«, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei mit dem Titel »Rassismus und rechtsextremistische Tendenzen der deutschen Burschenschaft«.

In der DB sind rund 115 Studentenbünde mit 9000 Mitgliedern zusammengefaßt. Weite Teile der DB – insbesondere die 42 zur »Burschenschaftlichen Gemeinschaft« gehörenden Bünde – stehen offen in der Tradition völkischen Denkens. Im Handbuch der Deutschen Burschenschaft von 2005 werden territoriale Ansprüche auf ehemalige »deutsche Ostgebiete« erhoben und faschistische Kriegsverbrechen relativiert. D...

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