17.07.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Schwung holen mit ESM

Das »vereinte Europa« wandelt sich – vom bürgerlichen Parlamentarismus zur Kapitaldiktatur. Kommentar

Hannes Hofbauer
EU-Europa steht vor dem Aus, der Euro macht den Anfang. Die Krise, deren platzende Blasen seit 2008 eine giftige Schleimspur durch Bankbilanzen und Staatshaushalte zieht, finalisiert sich ihrem Wesen gemäß brutal und schonungslos. Die neue Losung lautet: direkter Zugriff des Kapitals.

Die Nervosität in dem über Jahrzehnte gut eingespielten Dreieck von Kapitalmärkten, Regierungsämtern und Chefredaktionen wird immer greifbarer. »Das System muß gerettet werden«, tönt es unisono. Und mit dem System ist nicht mehr die »Europäische Union« oder gar die »Euro-Zone« gemeint, sondern schlicht der herrschende Gesellschaftsvertrag. Es geht um die sogenannten vier kapitalistischen Freiheiten, also den uneingeschränkten Verkehr von Kapital, Waren, Dienstleistungen und Arbeitskraft. Das große Problem dabei: Die Krise delegitimiert diesen Vertrag in einem bisher nicht bekannten Ausmaß.

Die Instrumente der parlamentarischen Demokratie, die den be...

Artikel-Länge: 5231 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe