17.07.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Krankheit als Regel

Wohnungslose Frauen sind häufig schwer traumatisiert. Ein Berliner Projekt bietet Hilfe ohne Hürden

Elisa Brinai und Peter Steiniger
Sie machen sich unsichtbar. Die verwahrloste Frau mit den zwei Plastetüten ist die Ausnahme. Denn in der Regel »machen weibliche Obdachlose nicht Platte«, wie das Leben auf der Straße auch genannt wird, berichtet Rebecca Aust, Leiterin der Einrichtung »FrauenbeDacht« im Berliner Stadtteil Wedding.

»FrauenbeDacht« arbeitet eng mit den Sozialämtern zusammen, die für alle Maßnahmen der Unterbringung obdachloser Hartz-IV-Bezieher zuständig sind. Im Jahr 2010 wurden in Berlin 4160 Frauen in höherschwelligen Einrichtungen fest betreut. Typisch für Frauen ist eine »verdeckte Wohnungslosigkeit«. Das steht für Notlösungen wie das Unterkommen bei Verwandten und Bekannten – letzteres nicht selten mit Gewalt wie auch sexuellen »Gegenleistungen« verbunden.

Das speziell Frauen vorbehaltene Wohnheim im Gartenhaus eines typischen Berliner Altbaus in der Weddinger Bornemannstraße verfügt derzeit über vierzig Einzel- sowie ein Kinderzimmer. Auf jeder der vier Etage...



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