16.07.2012 / Inland / Seite 8

»Nicht mehr jeder Job müßte angenommen werden«

Nur 18 Prozent der Bremer Erwerbslosen bekommen Arbeitslosengeld I. Arbeitnehmerkammer will Zugangshürden senken. Gespräch mit Peer Rosenthal

Gitta Düperthal
Peer Rosenthal ist Referent für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik bei der Arbeitnehmerkammer Bremen

Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat in einer Studie festgestellt, daß nur noch 18 Prozent der Erwerbslosen im Land Bremen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben. Immer mehr Betroffene rutschen gleich ins Hartz-IV-System. Was sind die Ursachen?

Im Rahmen der Hartz-Gesetze sind die Hürden für den Erhalt von Arbeitslosengeld I erhöht worden. Inzwischen muß ein Erwerbsloser innerhalb von zwei Jahren zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein, um es zu bekommen. Für Kinderlose wird es auf 60 Prozent des letzten Einkommens berechnet, bei Familien mit Kindern auf 67 Prozent. Der Zugang ist weiterhin erschwert, weil der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren zunehmend »flexibilisiert« wurde: Aufgrund prekärer Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit, Minijobs und Ausweitung des Niedriglohnsektors schaffen es viele nicht, diese hochgest...

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