14.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Kurz vor sarkastisch

B.B. King bereist die BRD

Jamal Tuschick
In Chicago wurde der Blues elektrifiziert, und die Choräle wurden chicagot. Bekanntlich wachsen die Türme des Herrn in der schwarzen Kirchenmusik im Babylon des Urban Blues in einen Himmel voller Miseren und geschundener Sakramente.

Für solche Offenbarungen schien die antike Donnerkuppel der Festhalle in Frankfurt am Main kaum hoch genug zu sein. Klar, letzten Samstag war man wegen B.B. King gekommen, aber Blues satt gab es vorab schon mal von dem Pedal-Steel-Virtuosen Robert Randolph, der mit Familie und Freunden dem Publikum eine Lektion in den einschlägigen Spielarten verpaßte. »Feel it or blood out« lautete die Devise in der bestuhlten und nicht eben überfüllten Arena. Randolph chicagote die bewährten Weisen, um alsdann wie die Allman Brothers im southern style anzuheben – für ein eher gesetztes Publikum, das in Begeisterung verfiel. Keine Zugabe, steht wahrscheinlich so im Vertrag.

Anschließend kracht...



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