14.07.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Ein Musterfall

Die »Entwicklungshilfe« des Westens hat neue Ziele: Staaten bauen, Staaten zerstören. Zum einjährigen Bestehen des Südsudan

Sevim Dagdelen
Wenige Bücher haben in den letzten Jahren innerhalb afrikanischer Gesellschaften und der afrikanischen Diaspora ähnlich großes Aufsehen erregt wie »Dead Aid« (London 2010, deutsche Ausgabe: Dead Aid. Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann. Hamburg 2011) von der aus dem heutigen Sambia stammenden und später bei der Weltbank und Goldman Sachs beschäftigten Dambisa Moyo. Sie zieht darin eine vernichtende Bilanz der westlichen Entwicklungshilfe für Afrika seit den frühen 1960er Jahren. Seitdem seien über eine Billion US-Dollar nach Afrika geflossen, aber die Realeinkommen afrikanischer Volkswirtschaften hätten sich rückläufig entwickelt und der Anteil der in absoluter Armut lebenden Menschen erhöht. Sie nennt das einen »Teufelskreis der Hilfe«.

Die Politikwissenschaft würde sagen: Staaten verlieren an Leistungsfähigkeit in den Bereichen Sicherheit, Wohlfahrt und Legitimität und entwickelten sich somit zu »ges...

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