13.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Der Papst in Pipi-Kacka-Land

Benedikt XVI. läßt Titanic verklagen. Ist das komisch

Wiglaf Droste
»Anwaltsbüro«, samtet Gabi Rittigs Stimme ins Telefon, dann spricht jemand am anderen Ende der Verbindung, und Frau Rittig antwortet: Ja, der Papst habe juristische Schritte gegen die Titanic unternommen, ja, sie vertrete das Satiremagazin juristisch, und sie erklärt dem Anrufer freundlich und unaufgeregt, nein, Titanic habe nicht behauptet, der Papst sei inkontinent.

Das Telefon klingelt nahezu pausenlos am Mittwoch im Frankfurter Büro der Rechtsanwältin Gabriele Rittig, zu deren bevorzugten Klienten auch die Titanic gehört: Frau Rittig ist die Hausjustitiarin des Blattes, also quasi consigliere. Mit jedem Anrufer spricht sie klar und geduldig, der Hessische Rundfunk bekommt ein paar Sätze fürs Fernsehn, dann klingelt wieder das Telefon, und die Journalisten wollen alle, alle nur das eine und gleiche: Papstklage, Papstklage, Papstklage. Nicht wenige von ihnen werden sich am nächsten Tag darüber mokieren, wie man eine so geschmacklose Angeleg...

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