12.07.2012 / Titel / Seite 1

»Preis des Nichtstuns«

Claudia Wangerin
Ein weiterer führender Geheimdienstmann ist über Fehlverhalten bei den Ermittlungen gegen das rechte Terrornetzwerk »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) gestolpert. Sachsens Verfassungsschutzpräsident Reinhard Boos werde auf eigenen Wunsch zum 1.August versetzt, teilte Landesinnenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch im Dresdner Landtag mit. Boos ist somit der dritte Chef einer deutscher Geheimdienstbehörde, der im Zuge der Enthüllungen im Zusammenhang mit der bundesweiten NSU-Mordserie seinen Hut nehmen muß. Innerhalb von zehn Tagen gaben zunächst der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, dann Thüringens Behördenchef Thomas Sippel und nun Boos ihre Ämter ab.

Hintergrund des vorzeitigen Abgangs von Boos sind offiziell erst jetzt aufgetauchte Protokolle einer Telefonüberwachung des Verfassungsschutzes von Ende 1998. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums wurde ein verdächtiger Anschluß in der rechte...

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