12.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Als wir noch Monster waren

Ein Gruß zum 50. Geburtstag der Protestband Rolling Stones

Frank Schäfer
Ende 1968 klopfte Konkret die beiden großen Antagonisten der Pop-Sechziger, Beatles und Rolling Stones, nach ihrer Revoltentauglichkeit ab. »Wenn es einmal losgegangen ist – in Paris, Mexico City, Prag, Chicago, der Columbia-Universität und in Berlin, Frankfurt, Hamburg – dann hält die Musik der Stones weitaus besser als die der Beatles den Realitäten stand: Spotte, verachte, greife an!«

Das dachten damals alle. Andrew Loog Oldham, ihr alerter erster Manager, der sich als PR-Mann bei den Beatles seine ersten Sporen verdient hatte, profilierte die Band von Anfang an als dreckigen, plebejischen Gegenentwurf zu den Fab Four. Und die bürgerliche Presse, die man Mitte der sechziger Jahre tatsächlich noch aus der Reserve locken konnte, wenn ein Musiker Krawatte, akkuraten Haarschnitt und zutrauliches Lächeln vermissen ließ, half getreulich mit bei der Konstitution ihrer üblen Reputation. Oldham schwor die Rolling Stones ein auf den selb...

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