12.07.2012 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Trend aus der Armut

Soll man kein Apfelbäumchen mehr pflanzen? Plötzlich ist »Urban Gardening« cool

Mona Grosche
Im Moment scheint jeder über »Urban Gardening« zu schreiben, der einen Stift in der Hand halten kann. Manch einem geht das Wort »Prinzessinnengarten« in den Zeitungen schon auf die Nerven. Offenkundig erfreut sich gerade größter Beliebtheit, was manche seit Jahrzehnten arglos auf ihren Terrassen und Höfen praktizieren, nämlich kleine, grüne Oasen im Beton zu schaffen. Auch bei mir grünt es auf dem Balkon: neben Blumen wachsen Erdbeeren, Paprika und Chilis. Das erfreut Auge und Gaumen – nur cool hätte es bis vor kurzem niemand gefunden (außer anderen uncoolen Hobbygärtnern). Urplötzlich betreibt »man« genau das, was »man« bislang stets als miefiges Spießertum abtat: Erde in Töpfe füllen, Unkraut jäten, gießen und düngen … Ärmeren Leuten blieb und bleibt oft gar nichts anderes übrig; auch bei der Einrichtung von Kleingärten ging es um Nahrung. Der aktuelle Trend kommt aus der Armut der Städte, und ist so neu nicht. In den 70ern begannen Bewohner der Ghettos in New York da...

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