10.07.2012 / Inland / Seite 4

Schlechter Witz

CDU-Parteinachwuchs fordert Rente ab 70. Das stößt sogar unionsintern auf Kritik. Eine DGB-Studie belegt die Realitätsferne des Vorschlags

Ralf Wurzbacher
Was Karl Dall kann, kann auch die Junge Union (JU). Kaum hatte der TV-Dödel vergangene Woche in einem Interview die Rente ab 70 gefordert, eiferte ihm prompt die CDU-Jugend nach. Auf ihrer Südwestkonferenz haben am Wochenende die jungen Konservativen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland dafür plädiert, das Renteneintrittsalter um weitere drei Jahre heraufzusetzen. Anders als der Komiker will der Parteinachwuchs allerdings, daß man ihn für voll nimmt. »Wir wollen ernsthaft prüfen, das gesetzliche Rentenalter auf 70 zu erhöhen«, erklärte BaWü-JU-Chef Nikolas Löbel am Sonntag in Heidelberg. Widerspruch löste der Vorschlag beim parteiinternen »Arbeitnehmerflügel« aus. Nach einer neuen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeugt der Vorschlag von gewaltiger Realitätsferne.

Dalls Verdikt lautet: »Jedes normale Hausschwein in Deutschland hat jetzt auch bis 70 zu arbeiten.« Das Problem ist nur: Kein »Schwein« ist auch nur ...

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