09.07.2012 / Inland / Seite 8

»Es ist fast ein Wunder, daß wir das durchgekriegt haben«

Im stockkonservativen Münster werden jetzt Straßen umbenannt, die an Nazis erinnern. Ein Gespräch mit Bernd Drücke

Peter Wolter
Der Münsteraner Soziologe Dr. Bernd Drücke ist Redakteur der anarcho-pazifistischen Zeitung Graswurzelrevolution und Sprecher des "Freundeskreis Paul Wulf". Münster rühmt sich gerne als »Friedensstadt«, weil dort ebenso wie in Osnabrück 1648 mit dem »Westfälischen Frieden« das Ende des 30jährigen Krieges besiegelt wurde – er gilt immerhin als einer der Ursprünge des modernen Völkerrechts. Bei einem Rundgang durch die Stadt fallen einem allerdings jede Menge heroisierender Kriegsdenkmäler auf, wie paßt das zusammen? Das paßt gut zusammen. In Münster gibt es nämlich sozusagen "Parallelgesellschaften": Zum einen eine relativ große linke, alternative, zum Teil auch anarchistische Szene – zum anderen haben wir hier eine konservativ-katholisch geprägte Mehrheitsgesellschaft, in der CDU und FDP dominieren. Hinzu kommt, daß Münster auch starke militaristische Einflüsse hat. Viele wissen gar nicht, daß es schon immer eine der größten Garnisonsstädte in Deutschland war – dies...

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