09.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Barock im Streß

Sammlung einzigartig, Zukunft ungewiß: Schön still ist es in der Berliner Gemäldegalerie

Gisela Sonnenburg
Alles ist eitel« heißt ein berühmtes Barock-Gedicht. Sein Verfasser Andreas Gryphius starb 1664, im selben Jahr wie der holländische Maler Cornelis Pietersz Bega, der vor allem einfaches Volk auf die Leinwand brachte. Begas erste große Retrospektive war unter dem Titel »Eleganz und rauhe Sitten« drei Monate lang in Aachen zu sehen; 70 der dort präsentierten 110 Werke warten nun in Berlin auf Besucher. Wo? In der Gemäldegalerie am Kulturforum am Potsdamer Platz, die aus anderen Gründen gerade sehr ins Gerede gekommen ist.

Schöner als das Umfeld ist die Sonderausstellung allemal. Die junge Mutter einer »Bauernfamilie« leuchtet mit lilienweißer Haut und frommer Miene wie eine Madonna. Wirtshaus- und Künstlerszenen sind so anzüglich wie abgründig. »Zwei singende Männer« scheinen mit nachgerade staatsmännischer Wichtigkeit etwas auszuhandeln. Was »Zwei trinkende und rauchende Damen« bekakeln, bleibt genauso undurchsichtig. Auch die anderen, von Bega mit dunkl...

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