07.07.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Es gibt eine fatale Tendenz, sich nationalistisch aufzuführen«

Gespräch mit Gottfried Ensslin. Über die linken Anfänge der schwul-lesbischen Bewegung in der Bundesrepublik und ihre heutige Verbürgerlichung

Markus Bernhardt
Gottfried Ensslin ist Bruder der Mitbegründerin der Roten Armee Fraktion (RAF) Gudrun Ensslin. Gemeinsam mit seiner Schwester Christiane veröffentlichte er das Buch »Zieht den Trennungsstrich, jede Minute« mit Briefen von Gudrun Ensslin an ihre Geschwister. Gottfried Ensslin arbeitet als Buchhändler in Berlin, wo er auch lebt.

An diesem Wochenende werden mehrere zehntausend Lesben und Schwule in Köln am größten Christopher Street Day (CSD) der Bundesrepublik teilnehmen. Kann sich die Lesbe oder der Schwule, die auf dem flachen Land leben, dabei vertreten fühlen ?

Zunächst gilt auch in diesem Zusammenhang der alte Spruch: »Stadtluft macht frei«. Aber trotz schärferer sozialer Kontrolle in der Provinz ist auch dort inzwischen eine offene schwul-lesbische Existenz möglich, allerdings um den Preis erhöhter Leistung und Hilfsbereitschaft, die den schwulen »Makel« ausgleichen sollen. Zu einem queeren Leben in der Provinz gehören viel Mut und starke Nerven...

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