05.07.2012 / Inland / Seite 8

»Sie sollte überlegen, auf wessen Urteil sie vertraut«

Bibliothekschefin von Greifswald verbannt die junge Welt – unter Berufung auf den Verfassungsschutz. Ein Gespräch mit Marion Heinrich

Peter Wolter
Marion Heinrich ist stellvertretende Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion der Linkspartei in Greifswald Die Stadtbibliothek von Greifswald hat die junge Welt abbestellt, Begründung: »Akzeptanz von Gewalt zur Umsetzung politischer Ziele«. Wir hätten die Leiterin, Angelika Spiecker, gerne persönlich gesprochen – sie war nicht zu erreichen. Haben Sie eine Idee, was sie uns mit dieser Begründung sagen will? Sie hat meines Wissens von einem Bürger den Hinweis bekommen, sie solle sich die Zeitung doch einmal genauer anschauen. Es sei untragbar, daß eine solches Blatt, das Zustimmung zu Gewaltakten der ETA oder von Palästinensergruppen äußere, in einer städtischen Bibliothek ausliegt. Das hat wohl den Anstoß zur Kündigung des Abonnements gegeben. Ich wüßte nicht, wo die jW Gewaltakten zugestimmt hätte. Aber müßte sie nicht zuerst alle Springer-Zeitungen aus dem Angebot nehmen? In diesen Blättern wird doch täglich positiv über Angriffe der USA und Israel berichtet. Darüber habe ich auc...

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