26.06.2012 / Inland / Seite 4

Quellen aus dem Nebel

Neonazi-Mordserie: Mehrere Türken waren offenbar bereit, die Ermittler auf falsche Fährten zu ­setzen. Motive zum Teil unklar. Focus präsentiert weiteren Desinformanten

Claudia Wangerin
Ein türkischstämmiger Drogengangster soll die Ermittler der Besonderen Aufbauorganisation »Bosporus« darin bestärkt haben, daß die Urheber der Mordserie, die sich später als Werk von Neonazis herausstellte, in seinem Milieu zu suchen seien. Dies berichtete am Montag das Magazin Focus unter Berufung auf Ermittlungsakten. Es ist nicht der erste Hinweis auf falsche Spuren dieser Art. Am 12. Oktober 2005 – sieben von neun Männern türkischer, kurdischer und griechischer Herkunft waren jeweils bei der Arbeit in kleinen Geschäften bereits erschossen worden – soll der 35jährige Mahir E. der Polizei »wichtige Angaben« zu den Verbrechen offeriert haben. Er kenne sowohl Täter als auch Auftraggeber für die Morde an dem Blumenhändler Enver Simsek in Nürnberg im Jahr 2000 und dem Gemüsehändler Süleyman Tasköprü 2001 in Hamburg. »Er zeigte sich überzeugt davon, den Mordfall Simsek zu 100 Prozent und den Mord in Hamburg zu 50 Prozent aufklären zu können«, zitierte Focus aus einem Vermerk...

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