26.05.2012 / Thema / Seite 10

Warum Piraten?

Konturen einer bürgerlichen Partei neuen Typs

Georg Fülberth
Die Piratenpartei gibt sich brandneu und steht zugleich in einer ehrwürdigen Tradition. Ihre wichtigste Vokabel ist: Freiheit. Sie war die Initiationsparole des Liberalismus, und dieser entstand in den bürgerlichen Revolutionen des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Kapitalismus benötigte freie Märkte mit freien Bürgern. Als Feind identifizierte er den absolutistischen Staat. In dessen Verteidigung entstand der Konservativismus, der die bürgerlichen Umwälzungen entweder rückgängig machen (dann war er reaktionär) oder verlangsamen wollte. Die ökonomischen Tatsachen waren stärker, und er mußte sich anpassen. Schon mit Edmund Burke (1729–1797) nahm diese Richtung die Form des Liberalkonservativismus an: für das kapitalistische Privateigentum an den Produktionsmitteln, Freiheit des Individuums und der Presse, Rechtssicherheit, aber Fernhaltung des Pöbels von der Macht. Die Tradition dieser liberalkonservativen Parteien reicht bis in die Gegenwart, in Deutsch...

Artikel-Länge: 21258 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe