24.05.2012 / Feuilleton / Seite 13

Das neue Leben

Liebe versteht nichts: »Moonrise Kingdom«, der neue Film von Wes Anderson

Peer Schmitt
Ich liebe dich. Aber ich verstehe kein Wort von dem, was du da sagst.« Das ist schon eine recht gute Umschreibung dessen, was »Liebe« so bedeuten könnte; man müßte das »aber« nur durch ein »denn« ersetzen, dann hätte man es schon erfaßt. Die Liebe ist ja die große Begegnung, die alles neu verstehen lassen soll, ein neues Leben beginnt. So sagen es zumindest Experten wie Dante (ein großer Erfinder der Liebe) oder Alain Badiou (einer ihrer letzten Verteidiger).

»Ich liebe dich. Aber ich verstehe kein Wort von dem, was du da sagst.« Dieser Satz fällt in Wes Andersons neuem Film »Moonrise Kingdom«, der vorige Woche die Filmfestspiele in Cannes eröffnet hatte, die ihren 65. Geburtstag feiern. Zufälligerweise spielt »Moonrise Kingdom« im Jahr 1965 und handelt von den Möglichkeiten, die eine große Kinderliebe, der Blitz zwischen zwei Wolken, in einer imaginierten Vergangenheit so eröffnet haben könnte.

Außer der übergroßen Liebe gibt es in dem Film auch noch P...



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