23.05.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Sieger von Afghanistan

Autosuggestion in Chicago: NATO muß Krieg am Hindukusch als Erfolg verkaufen. Kabul bekommt 4,1 Milliarden Dollar jährlich für den Aufbau einer neuen Armee

Rainer Rupp
Die Abschlußerklärung des ­NATO-Gipfels in Chicago vom Montag liest sich wie eine Erfolgsgeschichte des fast elfjährigen Krieges der US-geführten Kriegs­allianz. Gerade so, als hätten sich die Staats- und Regierungschefs des Militärpakts in kollektive Autosuggestion versetzt. Soviel Dummheit will offensichtlich nicht einmal das Boulevardblatt Bild seinen Lesern zumuten. Unter dem Titel »Hier reden sie die Lage in Afghanistan schön« berichtete Nikolaus Blome aus der US-Metropole, wie die 28 Staats- und Regierungs­chefs »beste Miene zu Afghanistan« machten und »alle schrecklich nett zu Hamid Karsai, dem Premierminister des Unruhe-Landes«, seien. In weiteren Artikeln wie »Afghanistan – Das ist die grausame Wahrheit« räumt Bild mit den Ammenmärchen aus Chicago auf. »Die Sicherheitslage im Land ist verheerend«, heißt es da. »Von Fe­bruar bis Mai ist die Zahl der Taliban-Anschläge und Überfälle von 580 auf über 1000 gestiegen. 3006 NATO-Soldaten haben bisher ihr Leben gelassen. Ab Mit...

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