03.05.2012 / Inland / Seite 8

»Die Polizei kam leider viel zu spät«

Neonaziangriff auf ein linkes Wohnprojekt in Neuruppin: Jugendliche mußten sich selbst verteidigen. Ein Gespräch mit Oliver Leonhardt

Gitta Düperthal
Oliver Leonhardt ist Pressesprecher des Jugendwohnprojekts MittenDrin in Neuruppin

Das linke Jugendwohnprojekt MittenDrin hat am 1.Mai Proteste gegen einen Aufmarsch von etwa 170 Neonazis in Wittstock unterstützt. Wie kam es unmittelbar danach zum Naziangriff gegen das Haus und seine Bewohner?

Nachdem wir in Wittstock den Aufmarsch verhindert hatten, kündigten die Nazis per Lautsprecher an, sie machten sich jetzt per Bahn nach Neuruppin auf, um dort »ihr Recht durchzusetzen«. Daraufhin fuhren mehrere Gegendemonstranten mit dem Auto los, um ihnen zuvorzukommen und das MittenDrin notfalls zu verteidigen.

Etwa 100 Nazis stiegen tatsächlich im Neuruppiner Bahnhof aus, wo sie zunächst von etwa 70 Polizisten in einer Art Kessel festgehalten wurden. 30 Nazis gelang es, auszubrechen und durch die Parkanlage des Neuruppiner Walls zum MittenDrin vorzudringen. Unterwegs hatten sie Flaschen und Steine gesammelt, die Beamten verfolgten sie aber nicht. Allerdings hatt...


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