27.04.2012 / Ausland / Seite 6

Streik gegen Megastaudamm

Dritter Arbeitskampf beim Bau des Kraftwerks Belo Monte in Brasilien gerichtlich untersagt

Andreas Knobloch
Seit Montag streiken die Arbeiter, die im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará das Wasserkraftwerk Belo Monte errichten. Achtzig Prozent der rund 7700 Beschäftigten sind laut der Gewerkschaft Sintrapav an dem Ausstand beteiligt. Am Dienstag blockierten sie die Zugänge zu dem Gelände. Nur der Betrieb von grundlegenden Bereichen wie Gesundheits-, Wasser- und Lebensmittelversorgung wurde aufrechterhalten.

Das für den Bau verantwortliche Konsortium CCBM schaltete die Justiz ein. Am Mittwoch erklärte das Arbeitsgericht von Pará den Streik für illegal. Wird dieser nicht sofort beendet, drohen tägliche Bußgelder von 20000 Reais. Die Gewerkschaft zeigte sich in einer ersten Stellungnahme unbeeindruckt. Nach der Lesart von CCBM läuft die derzeit geltende Vereinbarung mit der Gewerkschaft frühestens im Oktober aus. Die Arbeiter fordern eine Erhöhung des Essensgeldes von 95 auf 300 Reais (rund 121 Euro) und eine Verbesserung der Regelungen zu freien Tagen und Urlau...

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