04.04.2012 / Thema / Seite 10

30 Stunden sind genug

Debatte. Eine Verkürzung der Arbeitszeit ist längst überfällig – und bei vollem Lohn- und Personalausgleich realisierbar

Heinz-J. Bontrup
In kapitalistischen Ordnungssystemen erhalten die abhängig Beschäftigten aufgrund der Eigentumsverhältnisse nie den vollen Wert ihrer Arbeit, sondern nur den Wert ihrer Arbeitskraft als Lohn. Das so entstehende Überschußprodukt ist vom Unternehmer, vom Kapital, angeeignete Mehrarbeitszeit in Form von Gewinn, Zins, Miete und Pacht. Der US-amerikanische Ökonom John Kenneth Galbraith spitzte dies zu und bezeichnete diesen kapitalismusimmanenten Vorgang als »plumpen Diebstahl« an der Arbeiterschaft.

Die Ware Arbeitskraft

Im Gegensatz zur heute in der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung dominanten neoklassischen/neoliberalen Theorie, die die Ausbeutung mit ihrer subjektiven Wertlehre schlicht wegdefiniert hat, ist der Austausch der Ware Arbeitskraft und ihre Arbeitszeit an den Arbeitsmärkten nicht mit jeder anderen Ware gleichzusetzen. In extrem offensiver Weise vertritt diese Gleichsetzungsthese dennoch u. a. der Präsident des Münchener ifo-Instituts, Ha...

Artikel-Länge: 19407 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe