08.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Zu dir oder zu mir?

»Barbara«, der neue Film von Christian Petzold, hat einige Ambivalenzen auf Lager, bezogen auf die Liebe und auf die DDR

Peer Schmitt
Die Formprinzipien von TV-Arzt-Serie und Hollywood-Melodram der 1950er bestimmen Christian Petzolds Film »Barbara«. Man weiß immer ziemlich genau, wie es abläuft, das hatte Brecht »Formalismus« genannt. Überkommene Formprinzipien für einen historischen Stoff. Eine sich anbahnende Liebesgeschichte zweier Ärzte – Barbara (Nina Hoss) und André (Ronald Zehrfeld), die gemeinsam in einem Krankenhaus arbeiten. Soweit relativ »zeitlos«. Eine überkommene Formel, die dann auf etwas spezifisch Historisches appliziert wird: Das Krankenhaus ist nicht irgendein Krankenhaus am Rande irgendeiner Stadt, sondern irgendein Krankenhaus an der Ostseeküste der DDR im Sommer 1980. Der Widerspruch zwischen Formelhaftigkeit und historischer Spezifität ist das, was der Film dann ganz altmodisch aushalten, ausbalancieren muß.

»DDR-spezifisch« im Sinne des zur Zeit gültigen Vorrats an möglichen Erzählungen und ihren Formeln ist in dem Film, daß er auch eine Flucht...

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