10.02.2012 / Inland / Seite 8

»Es geht nicht darum, ein Pathos zu pflegen«

Initiativen fordern Dessaus Oberbürgermeister auf, sich gegen Rassismus und Polizeigewalt einzusetzen. Ein Gespräch mit Thomas Ndindah

Gitta Düperthal
Thomas Ndindah ist Aktivist von The Voice Jena und Unterstützer der Initiative im Gedenken an den 2005 in einem Dessauer Polizeirevier verbrannten Schwarzafrikaner Oury Jalloh

Die Initiativen »Do Justice to Oury Jalloh« und »The Voice« nahmen ein Interview der Mitteldeutschen Zeitung mit dem Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau, Klemens Koschig, zum Anlaß, einen offenen Brief an ihn zu richten. Was empört Sie an dessen Haltung?

Wir kritisieren seine Darstellung der Aktivitäten unserer Initiative. Tatsache ist, daß wir jedes Jahr an den skandalösen Vorfall im Januar des Jahres 2005 erinnern: Immerhin ist in einer deutschen Polizeistation ein Mensch verbrannt. Im nachhinein beschäftigten sich das Gericht und die Staatsanwaltschaft jahrelang damit, dies zu vertuschen. In keiner Form bemühte man sich, konkrete Anklagepunkte gegen die Verantwortlichen im Dessauer Polizeirevier vorzubringen. Deshalb treffen wir uns jährlich am Todestag Oury Jallohs in Dessau. Am...

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