10.02.2012 / Ausland / Seite 2

»Israelische Waffen sind an Zivilisten getestet«

Tel Aviv gibt prozentual dreimal mehr für Militär aus als Washington. Krieg durchdringt Gesellschaft. Ein Gespräch mit Shir Hever

Mirko Knoche
Shir Hever ist israelischer Wirtschaftswissenschaftler und arbeitet für das Alternative Informationszentrum in Jerusalem

Sie forschen zur israelischen Kriegsökonomie und sprechen am Wochenende auf der 9. Strategiekonferenz der »Kooperation für den Frieden« in Magdeburg. Worüber werden Sie berichten?

Die israelische Wirtschaft ist in hohem Maße militarisiert. Das hat seine Gründe und seine Geschichte. Es gibt viele Profiteure der Kriegsökonomie, aber noch viel mehr Verlierer.

Es läßt sich ein Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts (BIP) errechnen, der angibt, welcher Anteil auf das Militär und private Subunternehmen entfällt. Darin sind Kosten für zivile Staatsorgane, wie die Polizei, nicht enthalten.

Wie hoch ist der?

Dieser Anteil beträgt in Deutschland rund ein Prozent der Wirtschaftsleistung, in anderen europäischen Ländern zwischen ein und zwei Prozent. Die USA verwenden vier Prozent ihres BIP auf Militärausgaben, Israel dagegen nach offiziellen Angab...

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