08.02.2012 / Inland / Seite 4

Eiskalt abgeschoben

Trotz eines zugesagten Winterausweisungsstopps deportiert Nordrhein-Westfalen Flüchtlinge in den Kosovo. Protest im Flughafen Düsseldorf

Ulla Jelpke
Während sich in den hiesigen Tageszeitungen die Spalten mit Berichten über die Kältetoten des Winters füllen und zu Spenden für Wohnungslose aufgerufen wird, haben deutsche Behörden am Dienstag erneut Menschen in den Kosovo abgeschoben – in Eiseskälte und Obdachlosigkeit. Koordiniert wird dies von der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Dabei steuern die Flugzeuge mehrere EU-Staaten hintereinander an. Im vergangenen Jahr fanden mindestens vier solcher Maßnahmen mit Ziel Kosovo unter deutscher Beteiligung statt – die erste im Februar, als ebenfalls noch tiefer Winter in Europa herrschte. Das Flugunternehmen der Wahl war jeweils Air Berlin.

Auch für die Sammelabschiebung am Dienstag waren 70 Plätze bei air Berlin gebucht. Zwangsweise mitgeschickt wurden letztlich 16 Personen, davon sieben aus Nordrhein-Westfalen. Dabei hatte das dortige Innenministerium noch im Dezember erklärt, es werde im Winter keine Abschiebungen geben. An ...

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