01.02.2012 / Inland / Seite 2

»Wir hoffen, daß es diesen Winter ohne Tote abgeht«

Kältewelle ist für die 22000 Obdachlosen lebensbedrohend. Zehn Prozent mehr seit 2008. Ein Gespräch mit Thomas Specht

Peter Wolter
Thomas Specht ist Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) in Bielefeld

Eine Kältewelle rollt von Osten kommend über Deutschland – in der Ukraine sollen bereits über 30 Menschen erfroren sein. In den nächsten Tagen soll es bei uns noch kälter werden, wie sehr sind Obdachlose gefährdet?

Nach unseren Schätzungen gibt es in Deutschland zur Zeit 22000 Menschen, die dauerhaft auf der Straße leben. Sie sind in umso größerer Gefahr, je kälter es wird – vor allem dann, wenn sie auch noch krank sind, wie es oft der Fall ist.

Im Fernsehen waren Bilder zu sehen von Hamburger Obdachlosen, die ungeachtet der Kälte unter einer Brücke schlafen. Wie kann man bei Temperaturen, die allmählich minus 15 Grad erreichen, die Nacht überstehen?

Normalerweise geht das nur, wenn man sich ein Feuer macht und einen sehr guten Schlafsack hat oder sich in ganz viele Decken hüllt. Aber auch das ist gefährlich: jedes Körperteil, das aus dem Sch...

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