28.01.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Politische Agitation

Logisch inkonsistent und reduktionistisch: Studie über Israel-Kritik und ihre Kritiker disqualifiziert Antisemitismus-Pamphlet gegen Die Linke – und findet denn auch kaum Beachtung

Knut Mellenthin
Erinnert man sich noch an den Antisemitismusstreit in der Linken? Am 7. Juni vorigen Jahres verabschiedete die Bundestagsfraktion der Partei eine Resolution, in der sie sich von allen Vorstellungen eines gemeinsamen jüdisch-arabischen Staates, von Boykottaufrufen gegen israelische Produkte und von der Unterstützung der Hilfsschiffsaktionen für das Gaza-Gebiet distanzierte. Diese politische Festlegung wurde ausdrücklich als verbindlich und verpflichtend gekennzeichnet: »Wir erwarten von unseren persönlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Fraktionsmitarbeiterinnen und Fraktionsmitarbeitern, sich für diese Positionen einzusetzen.« Anderenfalls drohte, wie die parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion, Dagmar Enkelmann, explizit verkündete, die Entlassung.

Die Resolution enthielt zusätzlichen Sprengstoff dadurch, daß sie mit dem Satz eingeleitet wurde: »Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in unserer Partei heute und niem...

Artikel-Länge: 5790 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe