25.01.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

EU schadet sich selbst

Boykott gegen Iran wird offiziell als souveräner Kraftakt gefeiert. Tatsächlich trifft er weniger Teheran als die lahmenden Volkswirtschaften Europas

Rainer Rupp
Die Europäische Union hat ein weiteres Embargo gegen Teheran verhängt. Iranische Banken sollen vom internationalen Geschäft ausgeschlossen und die Öleinfuhren aus dem Land gestoppt werden. Westeuropa beugt sich damit dem Druck aus Israel, Washington und der zionistischen Lobby in den eigenen Regierungen. Allerdings handeln die Verantwortlichen gegen die Interessen der eigenen Volkswirtschaften. Die Maßnahme dürften die ohnehin hohen Benzin- und Energiekosten weiter ansteigen lassen und viele Firmen empfindlich treffen. Das alles geschieht bei drohender beziehungsweise bereits eingetretener Rezession in zahlreichen EU-Mitgliedsländern.

Problematisch wird das für Griechenland, das etwa zwei Drittel seines Öls zu recht günstigen Preisen aus dem Iran importiert. Fast scheint es, daß Athen von Brüssel bereits abgeschrieben ist, denn die boykottwütigen EU-Außenminister behandelten das Problem als Lappalie – ein alternativer Versorger werde si...

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